Inhalt (8 Abschnitte)
- PKV für Ärzte: Kosten in veröffentlichten Beispielen
- Arbeitgeberzuschuss: Was angestellte Ärzte wirklich zahlen
- Kosten mit Familie: zwei Rechenbeispiele
- Selbstbehalt, Krankentagegeld und Beitragsrückerstattung
- Kosten in Weiterbildung, Elternzeit und Teilzeit
- Kosten für Niedergelassene: kein Zuschuss, freie Wahl
- Wie sich die Kosten über die Jahre entwickeln
- So ermitteln Sie Ihre tatsächlichen Kosten
- Veröffentlichte Versichererbeispiele für Ärztinnen und Ärzte zwischen 28 und 42 Jahren liegen bei rund 640 bis 820 € im Monat (Stand 01/2026, unterschiedlich zusammengesetzt).
- Angestellte zahlen nach Arbeitgeberzuschuss rund die Hälfte; der Zuschuss beträgt 2026 höchstens 613,22 €, 2027 im Szenario 672,56 € – im SDK-Beispiel blieb ein Eigenanteil von 341,86 €.
- Zum Vergleich: In der GKV zahlen Angestellte über der Bemessungsgrenze 2027 im Szenario 672,56 € bis 729,94 € selbst.
- Kinder kosten in der PKV typischerweise 120 bis 250 € im Monat je Kind; der Selbstbehalt wird vom Arbeitgeberzuschuss nicht mitgetragen.
- Niedergelassene und Ruheständler zahlen den vollen Beitrag selbst; Beiträge steigen mit Beitragsanpassungen.
Die PKV kostet Ärztinnen und Ärzte nach veröffentlichten Versichererbeispielen (Stand 01/2026) für 28- bis 42-Jährige rund 640 bis 820 € im Monat; angestellte Ärzte zahlen davon nach Arbeitgeberzuschuss etwa die Hälfte – im SDK-Beispiel einer 28-jährigen Assistenzärztin 341,86 € statt 683,72 €. Zum Vergleich: In der GKV zahlen Angestellte über der Bemessungsgrenze 2027 im Szenario 672,56 € bis 729,94 € selbst. Kinder, Selbstbehalt und spätere Beitragsanpassungen kommen hinzu.
PKV für Ärzte: Kosten in veröffentlichten Beispielen
Einen Einheitspreis gibt es nicht. Der Beitrag hängt vom Eintrittsalter, vom Gesundheitszustand, von den gewählten Bausteinen, vom Selbstbehalt und vom Krankentagegeld ab. Einige Versicherer veröffentlichen Beispiele, die eine Größenordnung zeigen:
| Profil | Versicherer / Tarif | Beitrag | Eigenanteil angestellt | enthalten · Stand |
|---|---|---|---|---|
| Assistenzärztin, 28 J. | SDK AM12, S1, Z8, TA6/160 | 683,72 € | 341,86 € | Pflegepflicht, KTG · 01/2026 |
| Ärztin/Arzt, 30 J. | Allianz Ärzte Plus 100 | 642,18 € | 321,09 € + Pflege | ohne Pflegepflicht · 01/2026 |
| Ärztin/Arzt, 30 J. | uniVersa uni-AM 620, uni-ZAM, uni-STM | 692,75 € | 346,37 € | Pflegepflicht · Beginn 2026 |
| Ärztin/Arzt angestellt, 30 J. | LKH A101, Z90, S201, TA6U | 736,87 € | 368,43 € | Pflegepflicht, KTG 150 € · k. A. |
| Allgemeinmedizinerin angestellt, 31 J. | SDK AM30, S1, Z8, TA6/160 | 703,06 € | 351,53 € | Pflegepflicht, KTG · 01/2026 |
| Facharzt, 32 J. | SDK AM12, S1, Z9, TA6/190 | 754,92 € | 377,45 € | Pflegepflicht, KTG · 01/2026 |
| Ärztin/Arzt, 35 J. | Hallesche NK.select XL Bonus | 748,83 € | 374,42 € + Pflege | ohne Pflegepflicht und KTG · k. A. |
| Chirurgin, 42 J. | Allianz Ärzte Best 100 | 819,53 € | 409,77 € + Pflege | ohne Pflegepflicht · 01/2026 |
Die Unterschiede in der Zusammensetzung sind wichtig: Ein Beispiel ohne Pflegepflichtversicherung und ohne Krankentagegeld wirkt günstiger als eines mit beidem. Die Merkmale der Tarife stellt der Ärztetarif-Vergleich nach Kriterien nebeneinander.
Arbeitgeberzuschuss: Was angestellte Ärzte wirklich zahlen
Angestellte, die wegen Überschreitens der Versicherungspflichtgrenze versicherungsfrei sind, erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI). Er beträgt die Hälfte des Beitrags, höchstens aber so viel, wie der Arbeitgeber bei gesetzlicher Versicherung zahlen würde:
Der Zuschuss gilt auch für ein Krankentagegeld als Teil des Vertrags und für Angehörige, die bei Versicherungspflicht familienversichert wären. Voraussetzung ist, dass der Versicherer die Anforderungen des § 257 Abs. 2a SGB V erfüllt. Den Höchstbetrag 2027 rechnen wir als Szenario, weil der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2027 erst bis 01.11.2026 bekannt gegeben wird.
Was bleibt Ihr eigener Anteil pro Monat?
Angestellte Ärztin/Arzt mit Einkommen über der Bemessungsgrenze · GKV-Szenario 2027 gegen Ärztetarif-Beispiele
GKV: eigene Berechnung, Arbeitnehmeranteil 2027 (BBG 6.375 €, Zusatzbeitrag 2,9 % angenommen, Pflege laut Kabinettsentwurf). PKV: Versichererangabe SDK „GesundheitsFAIR“, Stand 01/2026, inkl. Pflegepflicht und Krankentagegeld, nach Arbeitgeberzuschuss (683,72 € bzw. 754,92 € gesamt). Beispiele, keine Angebote; PKV-Beiträge hängen von Alter, Gesundheit und Tarif ab und steigen mit Anpassungen.
Kosten mit Familie: zwei Rechenbeispiele
In der GKV sind Kinder unter Umständen beitragsfrei familienversichert. In der PKV braucht jedes Kind einen eigenen Vertrag. Ob Kinder bei einem gesetzlich versicherten Partner familienversichert werden können, regelt § 10 Abs. 3 SGB V: Sind die Eltern verheiratet und verdient der privat versicherte Elternteil mehr als die Versicherungspflichtgrenze und mehr als der gesetzlich versicherte Partner, sind die Kinder dort nicht beitragsfrei mitversichert.
| Konstellation | PKV gesamt | AG-Zuschuss | Eigenanteil PKV | GKV-Anteil |
|---|---|---|---|---|
| Facharzt + 2 Kinder (Partnerin gesetzlich versichert, verdient weniger) | 1.054,92 € | 527,46 € | 527,46 € | 672,56 € |
| Facharzt + 2 Kinder + Partnerin ohne Einkommen (alle privat) | 1.504,92 € | 672,56 € | 832,36 € | 672,56 € |
Das zweite Beispiel zeigt, wann der Vorteil kippt: Der Zuschuss ist gedeckelt, die Beiträge für jede weitere Person sind es nicht. In der GKV wären Kinder und Partnerin ohne Einkommen in diesem Fall beitragsfrei familienversichert. Wie Sie das für Ihre Familie durchrechnen, zeigt der Ratgeber PKV in der Arzt-Familie.
Selbstbehalt, Krankentagegeld und Beitragsrückerstattung
Drei Stellschrauben verändern die Kosten, die Sie tatsächlich tragen:
- Selbstbehalt: Ein höherer Selbstbehalt senkt den Beitrag. Weil der Arbeitgeber nur den Beitrag bezuschusst, tragen Angestellte jeden Euro Selbstbehalt allein. Die Spanne reicht in Ärztetarifen von keinem Selbstbehalt bis 2.400 € pro Jahr (SDK AM33); die Debeka nennt für Nmed 1.600 €.
- Krankentagegeld: Für Angestellte meist ab dem 43. Tag, für Niedergelassene früher. In den SDK-Beispielen sind 160 bis 200 € pro Tag enthalten. Ein höherer Tagessatz oder eine kürzere Karenz kosten mehr Beitrag.
- Beitragsrückerstattung: Wer ein Jahr keine Rechnungen einreicht, erhält bei vielen Tarifen einen Teil zurück – laut Allianz bis 20 %, laut SDK derzeit zwei Monatsbeiträge aus Ambulant- und Zahntarifen. Rückerstattungen sind meist nicht fest zugesagt und können sich ändern.
Steuerlich gilt allgemein: Beiträge zur Basisabsicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung können als Sonderausgaben abziehbar sein (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG). Wie sich Selbstbehalt und Rückerstattung in Ihrem Fall steuerlich auswirken, klären Sie bitte mit Ihrer Steuerberatung.
Kosten in Weiterbildung, Elternzeit und Teilzeit
In der Weiterbildung entscheidet zuerst der Zugang über die Kosten: Solange Ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt unter der Versicherungspflichtgrenze liegt – 2027 laut Kabinettsbeschluss 84.150 €, Bundesrat ausstehend –, zahlen Sie den GKV-Beitrag auf Ihr Gehalt. Nach TV-Ärzte/VKA erreicht das Grundgehalt die Grenze 2027 erst ab Stufe 5; mit regelmäßigen Diensten oft früher. Den Zeitpunkt rechnet der JAEG-Stufen-Check 2027.
Zwei Phasen verändern die Rechnung nach dem Wechsel spürbar:
- Elternzeit: Ohne Gehalt zahlt der Arbeitgeber keinen Zuschuss. Der volle PKV-Beitrag ist in dieser Zeit selbst zu tragen – im SDK-Beispiel des 32-jährigen Facharztes wären das 754,92 € statt 377,45 €. Manche Tarife sehen Beitragsbefreiungen bei Elterngeldbezug vor; die BarmeniaGothaer nennt bis zu sechs Monate für VHV+.
- Teilzeit: Der Zuschuss bleibt die Hälfte des Beitrags, solange Sie versicherungsfrei sind. Fällt das Jahresarbeitsentgelt durch die Teilzeit unter die Grenze, werden Sie jedoch versicherungspflichtig – mit eigenen Regeln für die Befreiung.
Kosten für Niedergelassene: kein Zuschuss, freie Wahl
Mit der eigenen Praxis entfällt der Arbeitgeberzuschuss. Die SDK nennt für einen 36-jährigen niedergelassenen Allgemeinmediziner 729,61 € im Monat – mit 1.440 € Selbstbehalt im ambulanten Bereich und 200 € Krankentagegeld ab der 5. Woche (Stand 01/2026); die LKH nennt für eine 30-jährige niedergelassene Person 745,64 € mit zwei Krankentagegeld-Bausteinen über 200 € und 100 € pro Tag. Freiwillig gesetzlich versichert zahlen Praxisinhaber 2027 im Szenario bis 1.402,50 € im Monat (kinderlos, mit Krankengeld).
Wichtiger als der Beitrag ist für Niedergelassene oft die Frage, welches Krankentagegeld nötig ist. Das erklärt die Seite Krankenversicherung als niedergelassener Arzt; den Bedarf rechnet der Krankentagegeld-Rechner.
Wie sich die Kosten über die Jahre entwickeln
Der Einstiegsbeitrag ist nur der Anfang. PKV-Beiträge werden angepasst, wenn die Leistungsausgaben stärker steigen als kalkuliert. Nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der PKV stiegen die Beiträge je Versicherten von 2006 bis 2026 in der PKV im Schnitt um 3,4 % pro Jahr, in der GKV um 3,9 %. Für 2027 hat der PKV-Verband Anpassungen angekündigt, von denen ein Großteil der Privatversicherten betroffen sein wird. Einzelne Tarife können deutlich abweichen.
- Gesetzlicher Zuschlag: Vom Kalenderjahr nach dem 21. Geburtstag bis zum Kalenderjahr des 60. Geburtstags zahlen Versicherte einen Zuschlag von 10 %, der zur Beitragsentlastung im Alter verwendet wird (§ 149 VAG). Er ist in den Beispielbeiträgen meist enthalten.
- Ruhestand: Der Arbeitgeberzuschuss entfällt. Für Renten aus dem Versorgungswerk gibt es keinen Zuschuss nach § 106 SGB VI. Welche Wege es im Alter gibt, beschreibt PKV im Ruhestand.
- Tarifwechsel: Steigt der Beitrag, können Sie innerhalb Ihres Versicherers in einen anderen Tarif wechseln (§ 204 VVG). Hilfe bei Beitragserhöhungen bietet PKV-Beitragserhöhung prüfen.
So ermitteln Sie Ihre tatsächlichen Kosten
1. Netto rechnen
GKV-Anteil gegen PKV-Eigenanteil nach Zuschuss – mit dem PKV-Rechner für Ärzte.
2. Familie einplanen
Kinder, Partner, Elternzeit: Wer wäre in der GKV beitragsfrei, wer braucht in der PKV einen Vertrag?
3. Bausteine festlegen
Selbstbehalt passend zur Rücklage, Krankentagegeld passend zur Lebensphase.
4. Echte Angebote holen
Mit anonymer Voranfrage zeigt sich, ob Zuschläge anfallen – erst dann steht der Beitrag fest.
Ob sich die PKV unter dem Strich lohnt, beantwortet der Ratgeber Lohnt sich die PKV für Ärzte? Auf Wunsch rechnet ein spezialisierter Experte aus unserem Partnernetzwerk mit echten Angeboten mehrerer Versicherer nach – der erste Schritt ist der kostenlose Heilberufe-Check, ohne Gesundheitsfragen.
Häufige Fragen
Was kostet die PKV für Ärzte?
Versichererbeispiele mit Stand 01/2026 liegen für 28- bis 42-Jährige bei rund 640 bis 820 € im Monat – etwa 683,72 € für eine 28-jährige Assistenzärztin inklusive Pflegepflicht und Krankentagegeld (SDK) oder 642,18 € für einen 30-Jährigen ohne Pflegepflicht (Allianz Ärzte Plus 100). Angestellte zahlen davon rund die Hälfte.
Wie viel zahlt der Arbeitgeber zur PKV eines Arztes?
Die Hälfte des Beitrags für Kranken- und Pflegeversicherung, höchstens den Betrag, den er bei gesetzlicher Versicherung zahlen würde: 2026 höchstens 613,22 € im Monat, 2027 im Szenario rund 672,56 € (§ 257 SGB V, § 61 SGB XI). Der Zuschuss gilt auch für Angehörige, die bei Versicherungspflicht familienversichert wären, und für ein Krankentagegeld – nicht für den Selbstbehalt.
Was kostet die PKV für Assistenzärzte?
Die SDK nennt für eine 28-jährige Assistenzärztin im 2. Jahr 683,72 € gesamt und 341,86 € Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss (Stand 01/2026, inklusive Pflegepflicht und 160 € Krankentagegeld ab der 7. Woche). Die Continentale nennt für einen 30-jährigen Assistenzarzt 333,76 € nach Zuschuss (PREMIUM-MED, ohne Standangabe).
Was kosten Kinder in der PKV eines Arztes?
Jedes Kind braucht einen eigenen Vertrag; typisch sind 120 bis 250 € im Monat (Marktspanne laut Sekundärquelle). Ob Kinder stattdessen beitragsfrei in der GKV familienversichert werden können, hängt von § 10 Abs. 3 SGB V ab – bei verheirateten Eltern unter anderem davon, wer mehr verdient.
Steigen die PKV-Beiträge für Ärzte im Alter?
Beiträge steigen mit Beitragsanpassungen, wenn die Leistungsausgaben stärker wachsen als kalkuliert. Der gesetzliche Zuschlag von 10 % bis zum 60. Lebensjahr (§ 149 VAG) soll den Anstieg im Alter dämpfen. Im Ruhestand entfällt der Arbeitgeberzuschuss; Renten aus dem Versorgungswerk erhalten keinen Zuschuss nach § 106 SGB VI.
Quellen
- SDK: Broschüre GesundheitsFAIR für Ärztinnen und Ärzte (Beitragsbeispiele) – Stand 01/2026
- Allianz: Private Krankenversicherung für Ärzte (Beitragsbeispiele) – Stand 01/2026
- Hallesche: PKV für Ärzte und Zahnärzte (Beitragsbeispiele)
- uniVersa: PKV für Ärzte (Beitragsbeispiel)
- LKH: PKV für Ärztinnen und Ärzte (Beitragsbeispiele)
- Continentale: PKV für Mediziner (Beitragsbeispiele)
- § 257 SGB V – Beitragszuschuss für Beschäftigte
- § 10 SGB V – Familienversicherung
- § 149 VAG – Prämienzuschlag in der substitutiven Krankenversicherung
- Bundesregierung: Beitragsbemessungsgrenzen 2027 (Kabinettsbeschluss) – 07.10.2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Krankenversicherung von Ärztinnen, Ärzten und Heilberufen (Stand: 13. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Gehalts- und Tarifwerte stammen aus den angegebenen Entgelttabellen; Ihr tatsächliches regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt kann davon abweichen. Herausgeber: PKV-Heilberufe.de. PKV-Heilberufe.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.