Pillar · Weiterbildung

PKV als Assistenzarzt 2027: Grenze, Stufen, Dienste und Ärztetarif

Für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung entscheidet 2027 die Tarifstufe darüber, ob die private Krankenversicherung überhaupt möglich ist. Hier finden Sie die Zahlen, die Regeln und den Fahrplan bis März 2027.

Redaktion PKV-Heilberufe.de Aktualisiert am 12. Oktober 2026 12 Min. Lesezeit
Inhalt (12 Abschnitte)
  1. PKV als Assistenzarzt: die Lage 2027 in vier Zahlen
  2. Ab welcher Stufe Assistenzärzte über der Grenze liegen
  3. Dienste zählen mit – Überstunden nicht
  4. Der Jahreswechsel: Warum „2026 drüber“ nicht reicht
  5. Schon privat versichert? Die Bestandsgrenze von 80.550 €
  6. Was die PKV als Assistenzarzt netto kostet
  7. Ärztetarif, Optionstarif, Gesundheitsprüfung: so gehen Sie vor
  8. Teilzeit in der Weiterbildung: Wie sich die Grenze verschiebt
  9. Krankentagegeld, Haftpflicht, Versorgungswerk: weitere Absicherung in der Weiterbildung
  10. Wann die GKV für Assistenzärzte die bessere Wahl bleibt
  11. Fahrplan Oktober 2026 bis März 2027
  12. Alle Themen zur Weiterbildung
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Versicherungspflichtgrenze steigt 2027 laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 auf 84.150 € (2026: 77.400 €); die Zustimmung des Bundesrats steht aus.
  • Nach TV-Ärzte/VKA liegt das Grundgehalt erst ab Stufe 5 (85.900,44 €) über der Grenze 2027 – Stufe 4 (80.154,96 €) liegt 3.995,04 € darunter.
  • Regelmäßige, vertraglich vorgesehene Dienste zählen mit; in VKA-Stufe 4 reichen rund 333 € pro Monat, in Stufe 3 braucht es rund 734 €.
  • Wer am 31.12.2026 schon privat versichert ist, muss 2027 nur 80.550 € überschreiten; sonst droht die Versicherungspflicht – Befreiung bis 31.03.2027 möglich.
  • Ein Ärztetarif kostete laut Versichererbeispiel (Stand 01/2026) für eine 28-jährige Assistenzärztin 683,72 €; ihr Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss lag bei 341,86 €.

Als Assistenzärztin oder Assistenzarzt dürfen Sie in die PKV, wenn Ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt über der Versicherungspflichtgrenze liegt – 2027 laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 über 84.150 € (Bundesrat ausstehend). Nach TV-Ärzte/VKA reicht das Grundgehalt dafür erst ab Stufe 5; mit regelmäßigen Diensten oft ab Stufe 3 oder 4. Wer schon privat versichert ist, muss 2027 nur 80.550 € überschreiten.

PKV als Assistenzarzt: die Lage 2027 in vier Zahlen

Rund 133.476 Ärztinnen und Ärzte hatten Ende 2025 noch keine Gebietsbezeichnung – die beste verfügbare Näherung für die Zahl der Ärzte in Weiterbildung (Bundesärztekammer). Für sie ist 2027 ein besonderes Jahr: Die Versicherungspflichtgrenze springt um 6.750 € auf 84.150 €, darin steckt eine gesetzliche Sonderanhebung um 3.600 €. Gleichzeitig ist der Tarifvertrag für die kommunalen Kliniken nur bis 31.12.2026 verhandelt. Für 2027 gibt es dort noch keine neue Tabelle.

84.150 €
Versicherungspflichtgrenze 2027
Kabinettsbeschluss 07.10.2026
80.550 €
Bestandsgrenze für am 31.12.2026 Privatversicherte
§ 6 Abs. 8 SGB V n. F.
Stufe 5
ab hier reicht das VKA-Grundgehalt ohne Dienste
Marburger Bund, ab 01.06.2026
31.03.2027
Antragsfrist für die Befreiung bei Rückfall
§ 8 SGB V, PKV-Verband

Die Folge: Viele, die einen Wechsel zum 01.01.2027 eingeplant hatten, müssen ein Jahr länger warten. Und manche, die schon privat versichert sind, liegen plötzlich knapp an ihrer Grenze. Beides lässt sich vorher ausrechnen – mit dem JAEG-Stufen-Check oder dem kostenlosen Heilberufe-Check. Für internationale Kolleginnen und Kollegen gibt es eine englischsprachige Übersicht zur PKV für Ärzte 2027.

Ab welcher Stufe Assistenzärzte über der Grenze liegen

Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung sind meist in der Entgeltgruppe Ä 1 eingruppiert. Die Stufe richtet sich nach den Jahren ärztlicher Tätigkeit; das höhere Entgelt gilt ab Beginn des Monats, in dem die nächste Stufe erreicht wird. Teilzeit wird auf die Stufenlaufzeit voll angerechnet, Elternzeit nicht (so der TV-Ärzte TdL, §§ 16, 17). Eine Jahressonderzahlung sieht der TV-Ärzte nicht vor – das Jahresgehalt ist also schlicht Monatsentgelt mal zwölf.

Jahresbrutto Ä 1 in Vollzeit ohne Dienste. TV-Ärzte/VKA ab 01.06.2026 (bis 31.12.2026), TV-Ärzte TdL ab 01.04.2026, Helios ab 01.10.2026, Asklepios 2026 (vorläufig). Quelle: Entgelttabellen des Marburger Bundes; eigene Berechnung. Stand: Oktober 2026.
StufeVKATdLHeliosAsklepios
168.664,60 €69.514,80 €71.507,64 €68.820 €
272.557,04 €73.455,12 €73.334,28 €72.840 €
375.336,84 €76.269,48 €76.091,28 €75.660 €
480.154,96 €81.148,08 €81.587,52 €80.220 €
585.900,44 €86.964,00 €84.327,00 €85.980 €
688.263,48 €89.232,60 €87.997,44 €88.200 €

Grundgehalt Ä 1 nach Stufe gegen die Versicherungspflichtgrenze

Jahresbrutto ohne Dienste, Vollzeit (40 Std.) · TV-Ärzte/VKA ab 01.06.2026, TV-Ärzte TdL ab 01.04.2026

60k €70k €80k €90k €100k €Stufe 1Stufe 2Stufe 3Stufe 4Stufe 5Stufe 688.263 €89.233 €84.150 €80.550 €
TV-Ärzte/VKA (kommunal)TV-Ärzte TdL (Uniklinik)Grenze 2027: 84.150 €Bestandsgrenze 2027: 80.550 €

Eigene Berechnung (Monatsentgelt × 12, keine Jahressonderzahlung) aus den Entgelttabellen des Marburger Bundes (VKA Stand 13.01.2025, TdL Stand 09.06.2026). Grenzen 2027 laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Zustimmung des Bundesrats ausstehend.

Die Lesart ist bei allen vier Tarifen ähnlich: Bis Stufe 3 liegt das Grundgehalt unter beiden Grenzen. Stufe 4 überschreitet die Grenze 2026 von 77.400 €, nicht aber die Grenze 2027. Erst Stufe 5 liegt auch über 84.150 € – bei Helios mit nur 177 € Abstand. Asklepios hat für 2027 bereits eine höhere vorläufige Tabelle (Stufe 4 dann 82.080 €), die TdL-Tabelle steigt ab 01.09.2027 um 2,45 %. Alle Werte gegen alle Grenzen finden Sie auf der Datenseite TV-Ärzte-Gehalt und Versicherungspflichtgrenze.

Dienste zählen mit – Überstunden nicht

Zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt gehört alles, was aus der Beschäftigung regelmäßig gezahlt wird. Für Ärztinnen und Ärzte ist ein Punkt entscheidend: „Vergütungen für vertraglich vorgesehene Bereitschaftsdienste“ sind einzubeziehen. So steht es in den Grundsätzlichen Hinweisen des GKV-Spitzenverbands vom 20.03.2019, gestützt auf zwei Urteile des Bundessozialgerichts. Überstundenvergütungen bleiben dagegen außen vor – außer feste Pauschalen. Schwankt die Dienst-Vergütung, wird geschätzt, oft anhand des Vorjahres.

Wie viel Dienst-Vergütung fehlt bis 84.150 €?

Regelmäßige Dienste pro Monat, damit das Jahresarbeitsentgelt 2027 die Grenze überschreitet · TV-Ärzte/VKA, Vollzeit

Stufe 11.290 €Stufe 2966 €Stufe 3734 €Stufe 4333 €Stufe 50 €

Eigene Berechnung: (84.150 € − Monatsentgelt ab 01.06.2026 × 12) ÷ 12. Stufe 5 liegt bereits ohne Dienste darüber. Nur vertraglich vorgesehene, regelmäßige Dienste zählen (GKV-Spitzenverband, 20.03.2019).

Die Bereitschaftsdienstentgelte im TV-Ärzte/VKA liegen ab 01.06.2026 bei 36,86 bis 39,66 € je als Arbeitszeit gewerteter Stunde in der Entgeltgruppe Ä 1. Ein Beispiel: 20 gewertete Stunden im Monat zu 38,26 € (Ä 1, Stufe 3–4) ergeben 765,20 € – genug, um in VKA-Stufe 3 die Grenze 2027 knapp zu überschreiten (ohne Dienste fehlen dort rund 734 € pro Monat). Wie Ihre Dienste gewertet werden, steht in Ihrem Arbeitsvertrag und auf der Abrechnung. Die Details erklärt der Ratgeber Bereitschaftsdienst und Jahresarbeitsentgeltgrenze.

Was nicht zähltÜberstunden, einmalige Prämien ohne Anspruch und familienbezogene Zuschläge. Auch Einkünfte aus einer Nebentätigkeit als Selbstständige/r (zum Beispiel Gutachten) gehören nicht zum Jahresarbeitsentgelt aus der Anstellung.

Der Jahreswechsel: Warum „2026 drüber“ nicht reicht

Die wichtigste Regel steht in § 6 Abs. 4 SGB V: Wer die Grenze überschreitet, wird nicht sofort versicherungsfrei, sondern erst „mit Ablauf des Kalenderjahres“. Und das nur, wenn das Entgelt auch die Grenze des nächsten Jahres übersteigt. Für den Wechsel zum 01.01.2027 müssen Sie also zwei Hürden nehmen: mehr als 77.400 € im Jahr 2026 und mehr als 84.150 € in der Prognose für 2027.

In die Prognose fließen Entgeltänderungen ein, die zum Jahreswechsel „objektiv feststehen“ – etwa eine bereits vereinbarte Tariferhöhung (Bundessozialgericht, Urteil vom 07.06.2018, B 12 KR 8/16 R, zitiert in den Grundsätzlichen Hinweisen). Für die Unikliniken ist das die Erhöhung um 2,45 Prozent ab 01.09.2027. Ob auch ein Stufenaufstieg im Laufe des Jahres 2027 mitzählt, entscheiden Arbeitgeber und Krankenkasse; fragen Sie im Zweifel schriftlich nach.

Bis Ende November

Jahresarbeitsentgelt 2026 und Prognose 2027 prüfen, Dienste der letzten Monate zusammenstellen, mit der Personalabteilung abgleichen.

Dezember

Liegen beide Werte über der Grenze, endet die Versicherungspflicht zum 31.12.2026. Die PKV sollte zum 01.01.2027 beginnen – Antrag und Gesundheitsprüfung brauchen Vorlauf.

Nach dem Hinweis der Kasse

Die Krankenkasse informiert über die Austrittsmöglichkeit. Den Austritt müssen Sie binnen zwei Wochen erklären und die PKV nachweisen – sonst läuft die Mitgliedschaft freiwillig weiter (§ 188 Abs. 4 SGB V).

Liegen Sie 2026 über, 2027 aber unter der Grenze, bleiben Sie pflichtversichert. Der nächste mögliche Wechseltermin ist dann der 01.01.2028 – vorausgesetzt, Sie überschreiten 2027 die Grenze von 84.150 € und auch die Grenze 2028, die noch nicht feststeht.

Schon privat versichert? Die Bestandsgrenze von 80.550 €

Damit die Sonderanhebung niemanden ungewollt in die GKV zurückschiebt, gilt für Arbeitnehmer, die am 31.12.2026 versicherungsfrei und privat versichert sind, 2027 eine eigene, niedrigere Grenze von 80.550 € (§ 6 Abs. 8 SGB V in der Fassung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes). Wer darüber liegt, bleibt versicherungsfrei.

Ausgerechnet VKA-Stufe 4 trifft diese Grenze fast genau: 80.154,96 € liegen 395,04 € darunter. Ohne regelmäßige Dienste würde eine privat versicherte Assistenzärztin in Stufe 4 ab 01.01.2027 grundsätzlich versicherungspflichtig. Schon rund 33 € Dienst-Vergütung im Monat würden das verhindern. Wer trotzdem darunter liegt, kann sich auf Antrag befreien lassen – nach Angaben des PKV-Verbands „bis spätestens Ende März“ bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Die Befreiung ist grundsätzlich unwiderruflich; sie bindet also auch für spätere Jahre mit niedrigerem Einkommen, etwa in Elternzeit oder Teilzeit.

Teilzeit und Elternzeit im Blick behaltenWer 2027 die Arbeitszeit reduziert, kann unter die Bestandsgrenze rutschen. Für Teilzeit in der Elternzeit gibt es eine eigene Befreiungsmöglichkeit (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Lassen Sie sich vor der Entscheidung beraten – mehr im Ratgeber PKV in Elternzeit und Teilzeit.

Was im Einzelfall droht und welche Alternativen es gibt, vertieft der Ratgeber Assistenzarzt: zurück in die GKV 2027?

Was die PKV als Assistenzarzt netto kostet

Als Angestellte zahlen Sie in der GKV höchstens den Arbeitnehmeranteil auf die Beitragsbemessungsgrenze. 2027 sind das im Szenario mit 2,9 Prozent Zusatzbeitrag 672,56 € (mit Kind) bzw. 729,94 € (kinderlos) im Monat. In der PKV trägt der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrags, 2026 höchstens 613,22 €, 2027 im Szenario 672,56 €.

Beispielbeiträge laut Versicherer, Stand 01/2026 (SDK „GesundheitsFAIR“ inklusive Pflegepflicht und Krankentagegeld; Allianz „Ärzte Plus 100“ laut Allianz ohne Arbeitgeberanteil). Keine Angebote; tatsächliche Beiträge hängen von Alter, Gesundheit und Tarif ab.
ProfilBeitrag gesamtEigenanteil
Assistenzärztin, 28 J., 2. Jahr (SDK)683,72 €341,86 €
Ärztin/Arzt, 30 J. (Allianz Ärzte Plus 100)642,18 €321,09 €
Facharzt, 32 J. (SDK)754,92 €377,45 €

Gegenüber dem GKV-Anteil 2027 bleiben damit im Szenario rund 250 bis 400 € pro Monat mehr – vor Steuern. Dieser Vorteil ist eine Momentaufnahme: PKV-Beiträge steigen mit Beitragsanpassungen, Kinder brauchen eigene Verträge, wenn sie nicht über einen gesetzlich versicherten Elternteil familienversichert sein können, und im Ruhestand entfällt der Arbeitgeberzuschuss. Ihren Fall rechnet der PKV-Rechner für Ärzte. Was nach Lohnsteuer und Abgaben tatsächlich mehr auf dem Konto bleibt, zeigt der Netto-Gehaltsrechner für Assistenzärzte: Weil in der PKV weniger Vorsorgeaufwand von der Steuer abgezogen wird, fällt der Netto-Vorteil kleiner aus als vor Steuern.

Ärztetarif, Optionstarif, Gesundheitsprüfung: so gehen Sie vor

Mehrere Versicherer haben eigene Ärztetarife oder Ärzte-Rabatte – etwa Allianz („Ärzte Plus 100“, „Ärzte Best 100“), AXA über die Deutsche Ärzteversicherung, die Hallesche mit ihrem Medizinerkonzept, die INTER und die SDK. Ein Ärztetarif ist nicht automatisch der bessere Tarif; entscheidend sind Leistungen, Beitrag, Selbstbehalt und die Optionen für später. Den Überblick gibt die Seite PKV-Ärztetarife.

1. Zugang klären

Liegen Sie zum Wechseltermin über beiden Grenzen? Sonst ist jeder Tarifvergleich verfrüht.

2. Kriterien festlegen

Zahn, Psychotherapie, Hilfsmittel, Krankentagegeld ab dem 43. Tag, Optionen für Familie und Niederlassung.

3. Anonym vorab prüfen

Erst im Beratungsgespräch und mit Ihrer Einwilligung fragen Makler ohne Namen bei mehreren Versicherern an, wie sie Ihren Antrag bewerten würden.

4. Rechtzeitig beantragen

Der Versicherungsschutz muss lückenlos ab 01.01. stehen, bevor Sie aus der GKV austreten.

Wer früh plant, kann schon im Studium einen Optionstarif abschließen, der den Gesundheitszustand von damals für einen späteren Wechsel festhält – einige Versicherer bieten das für Medizinstudierende an.

Teilzeit in der Weiterbildung: Wie sich die Grenze verschiebt

Laut Bundesärztekammer arbeiteten 2024 rund 28 Prozent der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit. In der Weiterbildung hat das eine direkte Folge: Das Tabellenentgelt sinkt anteilig, die Grenze bleibt gleich. Regelmäßige Dienste zählen weiter mit ihrem tatsächlichen Betrag.

Jahresbrutto ohne Dienste bei Teilzeit, TV-Ärzte/VKA ab 01.06.2026 (Ä 2 = Fachärztin/Facharzt); eigene Berechnung. Grenze 2027 laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend.
Stufe80 %90 %95 %
Ä 1 Stufe 568.720,35 €77.310,40 €81.605,42 €
Ä 1 Stufe 670.610,78 €79.437,13 €83.850,31 €
Ä 2 Stufe 172.501,02 €81.563,65 €86.094,97 €

Selbst eine Fachärztin in der ersten Ä-2-Stufe liegt mit 90 Prozent Arbeitszeit ohne Dienste unter 84.150 € – als Bestandsfall mit 81.563,65 € aber noch über der Bestandsgrenze. Wer Teilzeit plant, sollte deshalb vor dem Wechsel in die PKV durchrechnen, ob sie auch nach der Reduzierung trägt. Teilzeitzeiten werden auf die Stufenlaufzeit übrigens voll angerechnet (TV-Ärzte TdL, § 17): Der Aufstieg kommt nicht später, nur das Gehalt ist anteilig.

Krankentagegeld, Haftpflicht, Versorgungswerk: weitere Absicherung in der Weiterbildung

Wer als Assistenzärztin oder Assistenzarzt in die PKV wechselt, muss eine Lücke schließen, die es in der GKV nicht gibt: Nach sechs Wochen Entgeltfortzahlung zahlt keine Krankenkasse Krankengeld. Ein privates Krankentagegeld ab dem 43. Tag gehört deshalb in den Vertrag; der Arbeitgeberzuschuss gilt auch für diesen Baustein. Die Höhe ist nach den Musterbedingungen auf das Nettoeinkommen begrenzt (§ 4 Abs. 2 MB/KT). In den Versichererbeispielen oben ist ein Krankentagegeld ab der 7. Woche bereits enthalten. Mehr dazu im Ratgeber Krankentagegeld für Ärzte.

Daneben sind für die Weiterbildung zwei Absicherungen typisch: eine Berufshaftpflicht, soweit die Tätigkeit nicht über den Arbeitgeber abgedeckt ist, und eine Berufsunfähigkeitsabsicherung. Für die Altersvorsorge sind Ärztinnen und Ärzte Mitglied im ärztlichen Versorgungswerk und können sich von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen (§ 6 Abs. 1 SGB VI). Was das Versorgungswerk für die Krankenversicherung bedeutet – auch im Alter –, erklärt der Ratgeber Versorgungswerk und PKV.

Zahnärztinnen und Zahnärzte in der Vorbereitungsassistenz werden in der Regel nicht nach einer Stufentabelle wie dem TV-Ärzte bezahlt; ob sie über der Grenze liegen, hängt vom einzelnen Vertrag ab. Ihren Weg bis zur eigenen Praxis beschreibt der Fahrplan Krankenversicherung als Assistenzzahnarzt.

Wann die GKV für Assistenzärzte die bessere Wahl bleibt

Eher PKV

  • Sie liegen sicher über der Grenze – auch nach einem Jahr Teilzeit
  • Single oder Paar mit zwei Einkommen
  • Facharzt und Niederlassung sind geplant

Eher GKV

  • Sie liegen knapp an der Grenze und planen Elternzeit oder Teilzeit
  • Mehrere Kinder, Partner mit geringem oder ohne Einkommen
  • Unklare Laufbahn, etwa Wechsel in Forschung oder ins Ausland

In der GKV sind Kinder und ein Partner ohne eigenes Einkommen unter Umständen beitragsfrei familienversichert. Verdienen Sie als privat versicherter, verheirateter Elternteil mehr als 7.012,50 € im Monat und mehr als Ihr gesetzlich versicherter Partner, sind Ihre Kinder dort aber nicht beitragsfrei mitversichert (§ 10 Abs. 3 SGB V). Wie Sie das für Ihre Familie durchrechnen, zeigt der Ratgeber PKV in der Arzt-Familie; die Systemfrage im Ganzen behandelt Lohnt sich die PKV für Ärzte?

Fahrplan Oktober 2026 bis März 2027

Fristen und Schritte für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung. Rechtsgrundlagen: § 6 Abs. 4 und Abs. 8 n. F., § 8, § 188 Abs. 4 SGB V; Werte 2027 laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026, Bundesrat ausstehend. Stand: Oktober 2026.
WannGesetzlich versichertSchon privat versichert
Oktober/November 2026JAE 2026 und Prognose 2027 rechnen, Dienste belegenJAE ab 01.01.2027 gegen 80.550 € prüfen
November 2026Rechengrößen 2027 voraussichtlich im Bundesrat; Ärztetarife vergleichen, anonym vorab prüfen lassenBei Lücke: Dienste, Arbeitszeit, Befreiung abwägen
Dezember 2026PKV-Antrag mit Beginn 01.01.2027 (nur wenn beide Grenzen überschritten)Entscheidung vorbereiten
Januar 2027Austritt binnen zwei Wochen nach Hinweis der Kasse, PKV-NachweisBei Versicherungspflicht: Krankenkasse wählen
bis 31.03.2027–Befreiungsantrag bei einer gesetzlichen Krankenkasse (unwiderruflich)

Den Fahrplan mit allen Tabellen, Checklisten und Fristen gibt es als PDF zum kostenlosen Heilberufe-Check. Begriffe wie Bestandsgrenze, Prognose zum Jahreswechsel oder Optionstarif erklärt das Lexikon für Ärztinnen und Ärzte.

Alle Themen zur Weiterbildung

Häufige Fragen

Ab wann kann ein Assistenzarzt in die PKV?

Sobald das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze überschreitet – und für einen Wechsel zum Jahresbeginn auch die Grenze des Folgejahres (§ 6 Abs. 4 SGB V). 2027 liegt sie laut Kabinettsbeschluss bei 84.150 €. Nach TV-Ärzte/VKA reicht das Grundgehalt ab Stufe 5, mit regelmäßigen Diensten oft ab Stufe 3 oder 4.

Lohnt sich die PKV als Assistenzarzt?

Das hängt von Familie, Gesundheit, Teilzeitplänen und Ihrer weiteren Laufbahn ab. Für Singles und Paare mit zwei Einkommen ist der Eigenanteil in der PKV oft niedriger als in der GKV; mit mehreren Kindern, einem Partner ohne Einkommen oder geplanter Teilzeit kann die GKV besser passen. Eine Rückkehr in die GKV ist nur eingeschränkt möglich.

Was kostet die PKV für Assistenzärzte?

Versichererbeispiele mit Stand 01/2026 liegen für 28- bis 32-Jährige bei rund 680 bis 760 € gesamt inklusive Pflegepflicht und Krankentagegeld (SDK). Angestellte zahlen davon die Hälfte, weil der Arbeitgeber einen Zuschuss leistet – im Beispiel 341,86 € bis 377,45 € im Monat.

Was passiert mit meiner PKV, wenn ich 2027 unter die Grenze falle?

Für Arbeitnehmer, die am 31.12.2026 versicherungsfrei und privat versichert sind, gilt 2027 die Grenze von 80.550 €. Wer darunter liegt, wird grundsätzlich versicherungspflichtig, kann sich aber auf Antrag befreien lassen – nach Angaben des PKV-Verbands bis Ende März 2027. Die Befreiung ist grundsätzlich unwiderruflich.

Welche Versicherungen braucht ein Assistenzarzt?

Neben der Krankenversicherung sind für Ärztinnen und Ärzte vor allem die Berufshaftpflicht (je nach Absicherung über den Arbeitgeber), eine Berufsunfähigkeitsabsicherung und – in der PKV – ein passendes Krankentagegeld ab dem 43. Tag wichtig. Die Altersvorsorge läuft über das ärztliche Versorgungswerk.

Kann ich als Assistenzarzt bei einem Stellenwechsel sofort in die PKV?

Beginnt eine neue Beschäftigung mit einem regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt über der Grenze, kann die Versicherungsfreiheit von Beginn an bestehen. Ob das in Ihrem Fall gilt, klären Sie mit dem neuen Arbeitgeber und der Krankenkasse vor dem Wechsel.

Quellen

  1. § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit
  2. § 8 SGB V – Befreiung von der Versicherungspflicht
  3. § 188 SGB V – Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft (Austritt)
  4. Bundesregierung: Beitragsbemessungsgrenzen 2027 (Kabinettsbeschluss) – 07.10.2026
  5. BGBl. 2026 I Nr. 228 – GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz – § 6 Abs. 8 SGB V n. F.
  6. GKV-Spitzenverband: Grundsätzliche Hinweise zur Versicherungsfreiheit bei Überschreiten der JAEG – 20.03.2019
  7. Marburger Bund: Entgelttabellen TV-Ärzte/VKA – ab 01.06.2026
  8. Marburger Bund: Entgelttabellen TV-Ärzte TdL, Tarifrunde 2026
  9. PKV-Serviceportal: Versicherungspflichtgrenze 2027
  10. SDK: GesundheitsFAIR für Ärztinnen und Ärzte (Beitragsbeispiele) – Stand 01/2026
  11. Bundesärztekammer: Ärztestatistik 2025
Redaktion PKV-Heilberufe.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Krankenversicherung von Ärztinnen, Ärzten und Heilberufen (Stand: 12. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Gehalts- und Tarifwerte stammen aus den angegebenen Entgelttabellen; Ihr tatsächliches regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt kann davon abweichen. Herausgeber: PKV-Heilberufe.de. PKV-Heilberufe.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

Erst die Stufe prüfen. Dann den Tarif.

Machen Sie den kostenlosen Heilberufe-Check – und entscheiden Sie mit Ihren Zahlen statt mit Pauschalwerten.

Heilberufe-Check starten
Kostenlos · ohne Gesundheitsfragen · in 60 Sekunden
Assistenzarzt-Check 2027 starten