Inhalt (14 Abschnitte)
- PKV für Zahnärzte: die Ausgangslage 2026/2027
- Drei Phasen, drei Regeln für die Krankenversicherung
- Angestellte Zahnärzte: Wann die Versicherungspflichtgrenze fällt
- Niedergelassene Zahnärzte: freie Wahl, volle Verantwortung
- Zahnärztetarife: Was Versicherer Zahnärzten anbieten
- Was die PKV für Zahnärzte kostet: Versichererbeispiele
- Zahntarif als Zahnarzt: brauche ich das?
- Selbstbehalt, Beitragsrückerstattung und Optionen: worauf Zahnärzte achten
- Gesundheitsprüfung: Warum der Zeitpunkt zählt
- Krankentagegeld und Praxisausfall für die eigene Zahnarztpraxis
- Versorgungswerk, Familie und weitere Punkte
- Fünf typische Fehler von Zahnärzten bei der Krankenversicherung
- Checkliste: PKV als Zahnärztin oder Zahnarzt
- Alle Themen für Zahnärztinnen und Zahnärzte
- Angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte dürfen erst in die PKV, wenn ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze übersteigt – 2026 77.400 €, 2027 laut Kabinettsbeschluss 84.150 € (Bundesrat ausstehend).
- Niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte sind selbstständig und können unabhängig vom Einkommen zwischen freiwilliger GKV und PKV wählen; einen Arbeitgeberzuschuss gibt es dann nicht.
- Vor der Kassenzulassung liegt eine mindestens zweijährige Vorbereitungszeit, davon mindestens sechs Monate als Assistent oder Vertreter in Kassenzahnarztpraxen (§ 3 Zahnärzte-ZV).
- Versichererbeispiele (SDK, Stand 01/2026): angestellte Zahnärztin, 34 J., 880,09 € gesamt und 440,04 € nach Arbeitgeberzuschuss; angestellter Zahnarzt, 32 J., ohne Zahnbaustein 773,04 € bzw. 386,51 €.
- Laut IDZ InvestMonitor 2024 kostete die Übernahme einer Einzelpraxis im Schnitt 450.000 € – Krankentagegeld und Praxisausfall gehören deshalb von Anfang an in die Planung.
Die PKV ist für Zahnärzte zu zwei Zeitpunkten möglich: als Angestellte, sobald das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze übersteigt (2027 laut Kabinettsbeschluss 84.150 €, Bundesrat ausstehend), und mit der eigenen Praxis unabhängig vom Einkommen. Versichererbeispiele für Zahnärztetarife liegen bei rund 770 bis 880 € im Monat; Angestellte zahlen davon nach dem Arbeitgeberzuschuss etwa die Hälfte (SDK, Stand 01/2026).
PKV für Zahnärzte: die Ausgangslage 2026/2027
Laut dem Statistischen Jahrbuch 24/25 der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) sind 73.511 Zahnärztinnen und Zahnärzte zahnärztlich tätig, insgesamt zählt die Statistik 103.998. 43.663 sind niedergelassen – das sind 59,4 Prozent der Tätigen. Angestellt arbeiten 36,1 Prozent, und ihre Zahl steigt: gegenüber 2023 um 6,2 Prozent. Fast zwei Drittel der angestellten Zahnärzte sind Frauen (berichtet von ZWP online, 29.07.2026).
Für die Krankenversicherung heißt das: Ein wachsender Teil der Zahnärzteschaft ist angestellt und an die Versicherungspflichtgrenze gebunden. Und wer sich niederlässt, tut das meist mit hohen Investitionen – laut IDZ InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024 im Durchschnitt mit 36,6 Jahren, in 67 Prozent der Fälle durch Übernahme einer Einzelpraxis. Ein Ausfall durch Krankheit trifft dann nicht nur das Einkommen, sondern auch die Finanzierung.
Drei Phasen, drei Regeln für die Krankenversicherung
| Phase | Status | Zugang zur PKV |
|---|---|---|
| Studium bis Approbation | studentisch oder familienversichert | nur in Ausnahmefällen (Befreiung); Optionstarife möglich |
| Vorbereitungsassistenz (mind. 2 Jahre) | angestellt | nur mit Jahresentgelt über der Grenze (84.150 € im Jahr 2027) |
| Angestellt in Praxis, MVZ oder Klinik | angestellt | wie oben; Arbeitgeberzuschuss bis zur Hälfte des Beitrags |
| Niederlassung (Einzelpraxis, BAG) | selbstständig | jederzeit, unabhängig vom Einkommen – ohne Arbeitgeberzuschuss |
Die Vorbereitungszeit ist für die Kassenzulassung Pflicht: § 3 der Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte verlangt „eine mindestens zweijährige Vorbereitungszeit“, davon eine „mindestens sechsmonatige Tätigkeit als Assistent oder Vertreter eines oder mehrerer Kassenzahnärzte“. Wie Sie diese Phase und den Schritt in die eigene Praxis versicherungsseitig planen, beschreibt der Fahrplan Krankenversicherung als Assistenzzahnarzt.
Angestellte Zahnärzte: Wann die Versicherungspflichtgrenze fällt
Für angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte gelten dieselben Regeln wie für alle Arbeitnehmer. In die PKV dürfen Sie, wenn Ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze übersteigt. Dazu zählen das Monatsgehalt mal zwölf und regelmäßige, vertraglich zugesagte Sonderzahlungen; unregelmäßige Boni zählen in der Regel nicht.
Anders als Klinikärzte werden Zahnärzte in Praxen und MVZ meist nicht nach einer Stufentabelle bezahlt; das Gehalt wird einzeln vereinbart, häufig mit Umsatzbeteiligung. Eine Ausnahme sind Universitätskliniken: Der TV-Ärzte TdL gilt ausdrücklich für „Ärztinnen und Ärzte einschließlich Zahnärztinnen und Zahnärzte“, die dort überwiegend in der Patientenversorgung arbeiten. Dort erreicht das Grundgehalt die Grenze 2027 erst ab Stufe 5 (86.964,00 € im Jahr, Tabelle ab 01.04.2026).
| Grenze | Jahr | Monat bei 12 Gehältern | Monat bei 13 Gehältern |
|---|---|---|---|
| Versicherungspflichtgrenze 2026 | 77.400 € | 6.450,00 € | 5.953,85 € |
| Bestandsgrenze 2027 | 80.550 € | 6.712,50 € | 6.196,15 € |
| Versicherungspflichtgrenze 2027 | 84.150 € | 7.012,50 € | 6.473,08 € |
Wichtig für den Jahreswechsel: Wer die Grenze überschreitet, wird nicht sofort versicherungsfrei, sondern erst mit Ablauf des Kalenderjahres – und nur, wenn das Entgelt auch die Grenze des Folgejahres übersteigt (§ 6 Abs. 4 SGB V). Für einen Wechsel zum 01.01.2027 müssen Sie 2026 über 77.400 € und in der Prognose für 2027 über 84.150 € liegen. Beginnt dagegen eine neue Stelle mit einem Gehalt über der Grenze, sind Sie von Anfang an versicherungsfrei. Variable Umsatzbeteiligungen ohne feste Zusage sind in der Prognose schwer zu berücksichtigen – klären Sie das vorher mit Arbeitgeber und Krankenkasse.
Beispiel: Fixgehalt plus Umsatzbeteiligung
Ein angestellter Zahnarzt in einem MVZ erhält 6.200 € Fixgehalt im Monat und eine Umsatzbeteiligung, die im Vorjahr 9.000 € ausmachte. Das Fixgehalt allein ergibt 74.400 € und liegt unter beiden Grenzen. Ob die Umsatzbeteiligung mitzählt, hängt davon ab, ob sie mit hinreichender Sicherheit regelmäßig gezahlt wird. Bei schwankenden Bezügen wird das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt geschätzt; Grundlage kann das Vorjahr sein (GKV-Spitzenverband, Grundsätzliche Hinweise vom 20.03.2019). Zählt sie mit, kommt er auf 83.400 € – über 77.400 €, aber 750 € unter 84.150 €. Ein Wechsel zum 01.01.2027 wäre damit nach § 6 Abs. 4 SGB V nicht möglich. Solche knappen Fälle rechnen Sie am besten vorab mit dem Arbeitgeber und einem Partner-Experten durch.
Niedergelassene Zahnärzte: freie Wahl, volle Verantwortung
Mit der eigenen Praxis sind Sie selbstständig. Die Versicherungspflichtgrenze spielt keine Rolle mehr; Sie können zwischen freiwilliger GKV und PKV wählen. Gleichzeitig entfällt jeder Arbeitgeberzuschuss. In der freiwilligen GKV zahlen Selbstständige auf ihre Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze den vollen Beitrag – 2027 im Szenario bis zu 1.402,50 € im Monat (kinderlos, mit Krankengeld-Wahlerklärung). In der PKV zahlen Sie den Tarifbeitrag allein.
Wer aus einer pflichtversicherten Anstellung in die Niederlassung wechselt, bleibt automatisch freiwillig gesetzlich versichert, wenn er nicht innerhalb von zwei Wochen nach dem Hinweis der Krankenkasse austritt und eine andere Absicherung nachweist (§ 188 Abs. 4 SGB V). Den Wechsel in die PKV sollten Sie deshalb vor dem ersten Praxistag vorbereiten. Das gilt auch für den Einstieg in eine Berufsausübungsgemeinschaft – laut IDZ InvestMonitor 2024 der zweithäufigste Weg in die Selbstständigkeit (27 Prozent, im Schnitt 429.000 € je Inhaber). Reine Neugründungen sind mit 7 Prozent selten und mit einem Median von 690.000 € besonders kapitalintensiv. Wer dagegen in einem MVZ angestellt bleibt, bleibt an die Versicherungspflichtgrenze gebunden. Alles Weitere zu Systemfrage, Fristen und Absicherung für niedergelassene Heilberufe finden Sie im Ratgeber Krankenversicherung bei der Niederlassung.
Für die PKV kann sprechen
- stabile Praxiseinnahmen, GKV-Beitrag am Höchstwert
- Krankentagegeld nach Bedarf statt gesetzlichem Höchstkrankengeld von 135,63 € pro Tag (2026)
- Single oder Partner mit eigener Absicherung
Für die GKV kann sprechen
- mehrere Kinder, Partner ohne eigenes Einkommen
- schwankender Gewinn in den ersten Praxisjahren
- höheres Eintrittsalter oder unsichere Gesundheitsprüfung
Zahnärztetarife: Was Versicherer Zahnärzten anbieten
Mehrere Versicherer haben Programme, die sich ausdrücklich an Zahnärztinnen und Zahnärzte richten. Die Angaben stammen aus den Unterlagen der Versicherer (abgerufen am 10.10.2026) und sind keine Wertung:
SDK
„GesundheitsFAIR“ für Zahnärztinnen und Zahnärzte: Bausteine für ambulant, stationär, Zahn und Krankentagegeld; Verzicht auf den Zahnbaustein möglich, später nachversicherbar (Broschüre 01/2026).
INTER
Tarife ZAK U (Basis), ZAK VU + ZAZ U (Exklusiv) und ZA Best (Premium) für Zahnärzte, ihre Familien und Zahnmedizinstudierende.
Hallesche
Medizinerkonzept für Ärzte und Zahnärzte: Optionstarife STUDI.med und OPTI.free, Vollversicherung NK.select XL Bonus, Medizinerkrankentagegeld ab dem 15. Tag.
Auch die Continentale hat 2021 laut Fachpresse einen Tarif für Human- und Zahnmediziner eingeführt; die aktuellen Bedingungen sollten Sie beim Versicherer prüfen. Wie sich die Programme in Zahnleistungen, Selbstbehalt, Krankentagegeld und Optionen unterscheiden, zeigt der Vergleich Zahnärztetarife in der PKV. Einen Überblick über die Ärztetarife insgesamt gibt die Seite PKV-Ärztetarife.
Was die PKV für Zahnärzte kostet: Versichererbeispiele
Die SDK veröffentlicht in ihrer Zahnärzte-Broschüre (Stand 01/2026) vier Beispiele. Sie zeigen, wie stark Bausteine und Berufsphase den Beitrag beeinflussen. Alle Beiträge enthalten die Pflegepflichtversicherung und ein Krankentagegeld.
| Profil | Bausteine | Beitrag gesamt | Eigenanteil |
|---|---|---|---|
| Angestellte Zahnärztin, 34 J. | AM12, S1, Z8, Krankentagegeld 170 € ab 7. Woche | 880,09 € | 440,04 € |
| Angestellter Zahnarzt, 32 J. | AM12, S1, ohne Zahnbaustein, Krankentagegeld 170 € ab 7. Woche | 773,04 € | 386,51 € |
| Praxisinhaberin, 42 J. | AM33 (2.400 € Selbstbehalt), S1, ohne Zahnbaustein, Krankentagegeld 200 € ab 14. Woche | 674,89 € | 674,89 € |
| Praxisinhaber, 40 J., mit zwei Kindern | AM33, S1, Z6SB, Krankentagegeld 200 € ab 5. Woche; Kinder je 182,69 € | 1.129,46 € | 1.129,46 € |
Zum Vergleich: Als Angestellte mit Einkommen über der Bemessungsgrenze zahlen Sie in der GKV 2027 im Szenario 672,56 € (mit Kind) bzw. 729,94 € (kinderlos) im Monat. Der Vorteil der PKV ist eine Momentaufnahme: Beiträge steigen mit Beitragsanpassungen, Kinder brauchen eigene Verträge, im Ruhestand entfällt der Arbeitgeberzuschuss. Ihren Netto-Vergleich rechnet der PKV-Rechner für Ärzte – er funktioniert für Zahnärzte genauso.
Zahntarif als Zahnarzt: brauche ich das?
Eine Frage stellen sich fast nur Zahnmediziner: Lohnt sich ein Zahnbaustein, wenn man Kolleginnen und Kollegen hat? Manche Versicherer erlauben ausdrücklich den Verzicht. Die SDK beziffert in ihren Beispielen die Ersparnis gegenüber ihrem höchsten Zahntarif Z9 auf 45,70 € (32 Jahre) bzw. 103,29 € (42 Jahre) im Monat und bietet an, den Zahnbaustein später nachzuversichern.
- Für den Verzicht spricht: geringere Beiträge, Behandlung im Kollegenkreis, gute Kostenkenntnis.
- Gegen den Verzicht spricht: Zahnersatz, Implantate und Kieferorthopädie für Kinder können teuer werden; Material- und Laborkosten fallen auch bei kollegialer Behandlung an.
- Prüfen: Unter welchen Bedingungen lässt sich der Zahnbaustein später einschließen – mit oder ohne Gesundheitsprüfung, mit welcher Zahnstaffel?
Selbstbehalt, Beitragsrückerstattung und Optionen: worauf Zahnärzte achten
Zahnärztinnen und Zahnärzte nehmen vergleichsweise selten Leistungen für Bagatellen in Anspruch – viele Fragen klären sie selbst oder im Kollegenkreis. Das macht zwei Stellschrauben interessant, die den Beitrag senken können:
- Selbstbehalt: Ein höherer Selbstbehalt senkt den Beitrag. Bei Angestellten gilt aber: Der Arbeitgeber bezuschusst nur den Beitrag, nicht den Selbstbehalt. Ein sehr hoher Selbstbehalt lohnt sich deshalb eher für Praxisinhaber, die den vollen Beitrag ohnehin allein tragen – die SDK zeigt das an ihren Inhaber-Beispielen mit 2.400 € Selbstbehalt.
- Beitragsrückerstattung: Wer ein Jahr lang keine Rechnungen einreicht, erhält bei vielen Tarifen Beiträge zurück. Die SDK nennt derzeit zwei Monatsbeiträge aus den Ambulant- und Zahntarifen, Vorsorge bis 500 € im Jahr bleibt dabei unberücksichtigt; die INTER wirbt für ihre Zahnärztetarife mit einer hohen Beitragsrückerstattung (Versichererangaben, die Höhe ist keine feste Zusage).
- Optionen ohne neue Gesundheitsprüfung: Wichtig für eine lange Berufslaufbahn. Die SDK nennt unter anderem Anpassungen beim Erreichen bestimmter Lebensalter, einmalig beim Wechsel zwischen Anstellung und Selbstständigkeit (etwa bei Praxisgründung oder -übernahme) und bei einer Einkommenserhöhung von mindestens 20 Prozent. Fragen Sie bei jedem Angebot schriftlich nach, welche Optionen gelten.
Ein Ärzte- oder Zahnärztetarif ist nicht automatisch der bessere Tarif. Vergleichen Sie Leistungen und Beitrag immer auch mit normalen Tarifen anderer Versicherer. Die zwölf Kriterien, nach denen sich Tarife für Heilberufe prüfen lassen, stehen auf der Seite PKV-Ärztetarife.
Gesundheitsprüfung: Warum der Zeitpunkt zählt
Jeder Wechsel in die PKV beginnt mit Gesundheitsfragen im Antrag. Der Versicherer kann daraufhin annehmen, einen Risikozuschlag verlangen, Leistungen ausschließen oder ablehnen. Für Zahnärztinnen und Zahnärzte gelten dabei keine Sonderregeln. Zwei Dinge sollten Sie aber wissen: Erstens werden auch Beschwerden, die mit der beruflichen Belastung zusammenhängen, wie alle anderen Angaben bewertet. Zweitens verbessert sich die Ausgangslage mit den Jahren selten.
Seriös ist deshalb dieser Weg: Erst prüfen, ob und wann Sie wechseln dürfen. Dann im Beratungsgespräch – und nur mit Ihrer Einwilligung – bei mehreren Versicherern anonym anfragen, wie sie einen Antrag bewerten würden. Gesundheitsangaben gehören nicht in ein Online-Formular. Wer schon im Studium an die spätere PKV denkt, kann mit einem Optionstarif den Gesundheitszustand frühzeitig sichern; die Hallesche und die INTER richten entsprechende Angebote auch an Zahnmedizinstudierende. Mehr dazu im Ratgeber Optionstarif im Medizinstudium.
Krankentagegeld und Praxisausfall für die eigene Zahnarztpraxis
Für Praxisinhaber ist das Krankentagegeld der wichtigste Baustein. Als Selbstständige erhalten Sie keine Entgeltfortzahlung, und das gesetzliche Krankengeld ist für freiwillig Versicherte mit Wahlerklärung auf 135,63 € pro Tag (2026) begrenzt und beginnt erst ab der 7. Woche. Das private Krankentagegeld darf zusammen mit anderen Krankentagegeldern das Nettoeinkommen aus der beruflichen Tätigkeit nicht übersteigen (§ 4 Abs. 2 MB/KT) und endet mit Eintritt der Berufsunfähigkeit (§ 15 MB/KT).
Die Versicherer bieten verschiedene Karenzzeiten: Bei der SDK zahlt das Krankentagegeld je nach Baustein ab der 3., 5. oder 7. Woche, längere Karenzzeiten sind möglich; die Hallesche nennt für ihr Medizinerkrankentagegeld eine Leistung ab dem 15. Tag bis 80 Prozent der Praxiseinnahmen ohne Risikoprüfung, höchstens 800 € pro Tag (Versichererangaben). Die laufenden Praxiskosten – Miete, Gehälter der Praxismitarbeitenden, Leasing für Behandlungseinheiten, Kreditraten – deckt das Krankentagegeld nicht. Dafür gibt es die Praxisausfallversicherung.
Krankengeld und Krankentagegeld pro Tag im Vergleich
Höchstwerte bzw. Beispiele, Stand 2026
GKV: eigene Berechnung (70 % × Beitragsbemessungsgrenze ÷ 30; 2027 laut Kabinettsbeschluss). Beispiel: SDK-Broschüre Ärzte 01/2026 (TA4/200, 200 € ab der 5. Woche). Höchstsatz: Hallesche Medizinerkonzept (max. 800 € pro Tag ab dem 15. Tag). Versichererangaben, keine Empfehlung.
Tagessatz, passende Karenzzeit und Praxisausfall-Bedarf rechnet der Krankentagegeld-Rechner für Ihre Praxiszahlen.
Versorgungswerk, Familie und weitere Punkte
Zahnärztinnen und Zahnärzte sind über ihre Kammer Mitglied eines berufsständischen Versorgungswerks und können sich als Angestellte von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen (§ 6 Abs. 1 SGB VI). Das Versorgungswerk zahlt keinen Zuschuss zur Krankenversicherung – weder im Berufsleben noch im Alter. Ein Beispiel aus Bayern, wo die Bayerische Ärzteversorgung auch Zahnärztinnen und Zahnärzte versorgt: Angestellte zahlen 2026 grundsätzlich 18,6 Prozent ihres Bruttogehalts bis 8.450 € im Monat, der Arbeitgeber trägt die Hälfte. Selbstständige zahlen 18 Prozent des reinen Berufseinkommens bis zu dieser Grenze; im Jahr der ersten Niederlassung und den zwei folgenden Kalenderjahren gilt ein Satz von 8 Prozent (Kenngrößen 2026, Stand 09.12.2025, veröffentlicht von der Bayerischen Landeszahnärztekammer). Gerade in der teuren Anfangsphase der eigenen Praxis entlastet das die Liquidität – und schafft Spielraum für Krankentagegeld und Praxisausfall. Was das Versorgungswerk für Ihre Krankenversicherung bedeutet, erklärt der Ratgeber Versorgungswerk und PKV.
Für die Familie gelten die allgemeinen Regeln: In der PKV zahlt jedes Kind einen eigenen Beitrag (im SDK-Beispiel 182,69 € je Kind). Ist Ihr Ehepartner gesetzlich versichert, können Kinder beitragsfrei familienversichert sein – außer, Sie verdienen als privat versicherter Elternteil mehr als der Partner und mehr als ein Zwölftel der Versicherungspflichtgrenze (§ 10 Abs. 3 SGB V). Rechenbeispiele zeigt der Ratgeber PKV in der Arzt-Familie.
Fünf typische Fehler von Zahnärzten bei der Krankenversicherung
Wechsel zum falschen Zeitpunkt
Die Grenze 2027 steigt deutlich. Wer 2026 knapp darüber liegt, aber die Prognose für 2027 nicht erreicht, bleibt pflichtversichert.
Krankentagegeld zu spät
Wartezeiten laufen erst ab Vertragsbeginn. Wer den Vertrag erst nach der Praxisübernahme abschließt, ist in den ersten Monaten oft nur bei Unfällen geschützt.
Praxiskosten im Krankentagegeld
Ein Tagessatz, der auch Miete und Personal decken soll, übersteigt schnell das Nettoeinkommen – im Leistungsfall droht die Kürzung.
Familie nicht mitgerechnet
Kinder kosten in der PKV eigene Beiträge, der Arbeitgeberzuschuss endet mit der Niederlassung.
Zahnbaustein ohne Plan gestrichen
Wer verzichtet, sollte wissen, ob und wie der Baustein später ohne Gesundheitsprüfung nachversichert werden kann.
Checkliste: PKV als Zahnärztin oder Zahnarzt
- Status klären: angestellt (Grenze 84.150 € im Jahr 2027) oder selbstständig (freie Wahl)?
- Jahresarbeitsentgelt mit festen Gehaltsbestandteilen und zugesagten Sonderzahlungen gegen die Grenze rechnen.
- Familie, Kinderwunsch und Teilzeitpläne in die Systementscheidung einbeziehen.
- Zahnärztetarife nach Kriterien vergleichen: Zahnbaustein, Selbstbehalt, Krankentagegeld, Optionen.
- Vor der Niederlassung: Krankentagegeld, Praxisausfall und Berufsunfähigkeit gemeinsam planen.
- Gesundheitsfragen erst im Beratungsgespräch – auf Wunsch anonym vorab bei mehreren Versicherern.
Ob Sie heute schon wechseln dürfen und was als Nächstes zählt, zeigt der kostenlose Heilberufe-Check – in 60 Sekunden und ohne Gesundheitsfragen.
Alle Themen für Zahnärztinnen und Zahnärzte
Fahrplan: Assistenzzeit bis Niederlassung
Vorbereitungsassistenz, Anstellung, eigene Praxis: wann Sie gesetzlich versichert sind, wann die PKV geht und was vor dem ersten Praxistag stehen muss.
Weiterlesen ZahnärzteZahnärztetarife im Vergleich
SDK, INTER, Hallesche und weitere: welche Programme Versicherer für Zahnärzte anbieten und welche Merkmale belegt sind.
WeiterlesenHäufige Fragen
Ab wann kann ein Zahnarzt in die PKV?
Angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte, sobald das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze übersteigt – für einen Wechsel zum 01.01.2027 im Jahr 2026 über 77.400 € und in der Prognose für 2027 über 84.150 € (Kabinettsbeschluss, Bundesrat ausstehend). Mit der Niederlassung ist die PKV unabhängig vom Einkommen möglich.
Lohnt sich die PKV für Zahnärzte?
Für viele angestellte Zahnärzte mit Gehalt über der Grenze und für Praxisinhaber mit stabilen Einnahmen kann sie sich rechnen, vor allem ohne oder mit wenigen Kindern. Mit Partner ohne Einkommen, mehreren Kindern oder schwankendem Praxisgewinn kann die GKV besser passen. Eine Rückkehr in die GKV ist nur eingeschränkt möglich.
Was kostet die private Krankenversicherung für Zahnärzte?
Die SDK nennt mit Stand 01/2026 für eine angestellte 34-jährige Zahnärztin 880,09 € inklusive Pflegepflicht und Krankentagegeld (Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss 440,04 €) und für einen 32-jährigen angestellten Zahnarzt ohne Zahnbaustein 773,04 € (386,51 €). Tatsächliche Beiträge hängen von Alter, Gesundheit, Selbstbehalt und Tarif ab.
Braucht ein Zahnarzt in der PKV einen Zahntarif?
Nicht zwingend. Manche Versicherer erlauben Zahnärztinnen und Zahnärzten, auf den Zahnbaustein zu verzichten; die SDK nennt für ihre Beispiele eine Ersparnis von 45,70 € bzw. 103,29 € im Monat gegenüber ihrem höchsten Zahntarif und die Möglichkeit, den Baustein später nachzuversichern. Ob sich der Verzicht lohnt, hängt von Ihren Zähnen, Ihren Kolleginnen und Kollegen und Ihrer Risikobereitschaft ab.
Welche Versicherer haben Tarife für Zahnärzte?
Laut eigenen Unterlagen unter anderem die SDK (GesundheitsFAIR für Zahnärztinnen und Zahnärzte), die INTER (ZAK U, ZAK VU + ZAZ U, ZA Best) und die Hallesche, deren Medizinerkonzept sich an Ärzte und Zahnärzte richtet. Eine Wertung ist damit nicht verbunden – entscheidend ist der Vergleich nach Kriterien.
Wie sind Zahnärzte in der Vorbereitungsassistenz krankenversichert?
Als Angestellte sind sie gesetzlich pflichtversichert, solange ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze nicht übersteigt. Erst mit einem höheren Gehalt oder mit der Niederlassung ist die PKV möglich.
Quellen
- § 3 Zulassungsverordnung für Vertragszahnärzte (Vorbereitungszeit)
- § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit
- § 188 SGB V – Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft
- Bundesregierung: Beitragsbemessungsgrenzen 2027 (Kabinettsbeschluss) – 07.10.2026
- ZWP online: Zahlen aus dem Statistischen Jahrbuch 24/25 der Bundeszahnärztekammer – 29.07.2026
- ZWP online: IDZ InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024 – 05.02.2026
- SDK: Broschüre PKV für Zahnärztinnen und Zahnärzte (GesundheitsFAIR) – Stand 01/2026
- INTER: Private Krankenversicherung für Zahnärzte – abgerufen 10.10.2026
- Hallesche: Medizinerkonzept für Ärzte und Zahnärzte – abgerufen 10.10.2026
- TV-Ärzte TdL (Geltungsbereich inkl. Zahnärzte an Unikliniken), Textfassung
- Bayerische Ärzteversorgung: Kenngrößen für das Jahr 2026 (über BLZK) – Stand 09.12.2025
- PKV-Verband: Musterbedingungen Krankentagegeld MB/KT 2009 – Stand Juni 2024
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Krankenversicherung von Ärztinnen, Ärzten und Heilberufen (Stand: 13. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Gehalts- und Tarifwerte stammen aus den angegebenen Entgelttabellen; Ihr tatsächliches regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt kann davon abweichen. Herausgeber: PKV-Heilberufe.de. PKV-Heilberufe.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.